KSV Salzburg: Massiver Ausbau der Studienbeihilfen notwendig!

Reguläre Studien zählen als Vollzeitjobs. Und dennoch müssen zwei Drittel der Studierenden nebenbei arbeiten, um sich den Lebensunterhalt finanzieren zu können. Jede Wochenstunde Arbeitszeit lenkt einen aber vom Studium ab und stellt eine deutliche Benachteiligung gegenüber Studierenden dar, deren Elternhaus ein Studium ohne finanzielle Sorgen ermöglichen kann. Um die dadurch verbundene soziale Selektion auszuhebeln, wäre ein massiver Ausbau des Studienbeihilfensystems notwendig. So soll es allen Studierenden gleichermaßen ermöglicht werden, sich voll und ganz auf das Studium zu konzentrieren.

Die Studienbeihilfe wird jedoch ganz im Gegenteil immer geringer: Schließlich findet keine regelmäßige Anpassung an die Inflation statt. Seit 1998 wurde die Höchststudienbeihilfe – die Berechnungsgrundlage für die Höhe der individuellen Studienbeihilfe – lediglich um 12% erhöht. Die Inflation beträgt in diesem Zeitraum jedoch über 40%, woraus sich ein Verlust von 20% errechnen lässt. Die Studienbeihilfe ist also in nicht einmal zwanzig Jahren um ein Fünftel geschrumpft. Man müsste die derzeitige Studienbeihilfe also um 25% erhöhen – nur um wieder auf demselben Niveau zu sein wie vor zwanzig Jahren. Diese Erhöhung ist eine absolute Mindestforderung. Dass die Studienbeihilfe nicht einmal an die Inflation angepasst wird, zeugt von gewollter Ausgrenzung ärmerer Studierender seitens der Regierung. Dass die Inflationsanpassung nicht mit aller Kraft eingefordert wird, zeugt von der Abgehobenheit der dominierenden ÖH-Fraktionen.

Aus Sicht des KSV ist der konsequente Kampf gegen soziale Selektion Kernfrage fortschrittlicher Bildungspolitik. Darum stehen wir für einen massiven Ausbau der Studienbeihilfen. Wir sehen das aber auch in einem weiteren Kontext, denn letztlich kann im Kapitalismus nicht viel Grundlegendes für die Studierenden erreicht werden. In unserer neuen Broschüre „Gemeinsam kämpfen“ gehen wir daher auf die notwendige Überwindung des Kapitalismus näher ein.