Archiv der Kategorie: Allgemein

Lieber noch einmal Marx lesen

[Ein Artikel aus der aktuellen Unipress der ÖH Salzburg #694]

In der letzten Ausgabe der Unipress hat es sich eine gewisse „Gruppe Transbib“ zur Aufgabe gemacht, den Artikel „Mal wieder Marx lesen“[1] auseinanderzunehmen. Zu diesem Zweck werden unter dem Titel „Das hat Marx nicht verdient“ so manch erstaunliche „Argumente“ aufgetischt.

So wird etwa versucht, die Griechische Kommunistische Partei (KKE), welche in dem Artikel für ihre wichtige Arbeit an einer undogmatischen kommunistischen Geschichtsschreibung positiv hervorgehoben wurde, durch den Hinweis zu verunglimpfen, dass der griechische Außenminister Nikos Kotzias mit Faschisten zu tun hatte. Verbunden wird das mit der Behauptung, dieser Herr Kotzias sei „Mastermind“ der KKE. Tatsache ist hingegen, dass Kotzias schon seit 1989 und aus guten Gründen nicht mehr Mitglied dieser Partei ist, versteht er sich doch auch gar nicht mehr als Marxist oder Kommunist. Die Behauptung der „Gruppe Transbib“, jemand könne heutzutage Mitglied der KKE sein und zugleich einer bürgerlichen Regierung angehören, zeugt allerdings ohnehin von völliger Unkenntnis der politischen Positionen und der historischen Entwicklung dieser Partei. Tatsächlich hat Kotzias mit der KKE ebenso wenig zu tun wie die „Gruppe Transbib“. Stattdessen steht der Jürgen-Habermas-Herausgeber Kotzias der „Kritischen Theorie“ – die auch als Grundlage der „Gruppe Transbib“ erkennbar ist – viel näher als dem Marxismus. Die „Gruppe Transbib“ schoss, wenn überhaupt, ein Eigentor.

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Mal wieder Marx lesen

[Ein Artikel aus der aktuellen Unipress der ÖH Salzburg #692]

Die Empfehlung zum 200. Geburtstag des Begründers der wissenschaftlichen Weltanschauung kann nur lauten: Studiert seine Bücher! Darin sind gute Ideen, die aber nicht umsetzbar sind? Mitnichten. Schon die ersten sozialistischen Anläufe haben viel davon verwirklicht. Für einen erneuten Anlauf gilt es, aus den gemachten Erfahrungen zu lernen. Denn die Welt ist erkennbar. Und veränderbar.

Am 5. Mai jährt sich der Geburtstag des wichtigsten antikapitalistischen Theoretikers Karl Marx (1818-1883) zum 200. Mal. Seine bekanntesten Schriften, das „Kommunistische Manifest“ (1848 gemeinsam mit Friedrich Engels im Auftrag des Bunds der Kommunisten verfasst) sowie das „Kapital“ (der erste von drei Bänden erschien 1867) sind als Weltkulturerbe anerkannt. Auf ihn und sein Werk beriefen und berufen sich nach wie vor Befreiungsbewegungen auf der ganzen Welt. Am wirkmächtigsten war das in den sozialistischen Staaten rund um die Sowjetunion der Fall, mit der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution (deren 100. Jubiläum wir letztes Jahr gefeiert haben) als Fanal.

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StV Philosophie ergreift Initiative

Der KSV Salzburg begrüßt, dass die Studienvertretung Philosophie gestern nach lebhafter Diskussion, aber mit breiter Mehrheit beschlossen hat, sich für eine fairere Vergabe von Studienassistentenstellen einzusetzen und die anderen Studienvertretungen zu gemeinsamer Aktion in dieser Frage anzuhalten.

KSV-Petition: Für die faire Vergabe von Studienassistenstellen!

Die Vergabe von StudienassistentInnenstellen ist an vielen Fachbereichen der Universität Salzburg intransparent und scheint mitunter einer „Freunderlwirtschaft“ gleichzukommen. Zudem werden Stellen teilweise seit mehreren Jahren an dieselben Personen vergeben, wodurch ganzen Bachelor- und/oder Master-Generationen die Chance verwehrt wird, sich durch eine solche Stelle zu bewähren und nähere Einblicke in den universitären Betrieb zu erhalten. Der KSV Salzburg kritisiert diese Zustände und tritt für eine faire Vergabe von StudienassistentInnenstellen ein.

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Offener Brief an Rektorat und Mensen-Betriebsgesellschaft

Salzburg, 06.08.2017

Wir sind noch lange nicht satt:
Die Mensa muss nicht nur bleiben, sondern auch besser werden!

Sehr geehrter Herr Rektor Prof. Dr. Schmidinger,
sehr geehrte ÖMBG,

die Reduzierung der Öffnungszeiten der Mensa an der Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät auf drei Stunden pro Tag ist eine Bedrohung für die Sicherstellung von Verpflegung am Studien- und Arbeitsplatz Universität. Sowohl Studierende, als auch Fachbereiche sprechen sich vehement gegen diese Maßnahme aus.

Die Österreichischen Mensen Betriebsgesellschaft mbH  rechtfertigt bei näherem Nachfragen diese Maßnahme damit, dass sie „seit zwei Jahren zusehen, wie der Standort von Jahr zu Jahr defizitärer wird.“

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Erklärung des KSV Salzburg

Der KSV Salzburg hat eine von der ÖH vorgeschlagene Abmachung über das Freihalten von ÖH-Räumlichkeiten von Fraktionsmaterialien nicht unterzeichnet. Wir haben gute Gründe dafür. Denn aus unserer Sicht trägt ein solcher Beschluss nur zur weiteren Entpolitisierung bei und er führt eine Tendenz mit sich weg von politisch-inhaltlichen Auseinandersetzungen hin zu Schmutzkübelkampagnen. Er impliziert eine Entmündigung der Studienvertretungen sowie der Studierenden selbst. Außerdem halten wir ihn für praktisch nicht wirklich durchsetzbar.

KSV Salzburg: Massiver Ausbau der Studienbeihilfen notwendig!

Reguläre Studien zählen als Vollzeitjobs. Und dennoch müssen zwei Drittel der Studierenden nebenbei arbeiten, um sich den Lebensunterhalt finanzieren zu können. Jede Wochenstunde Arbeitszeit lenkt einen aber vom Studium ab und stellt eine deutliche Benachteiligung gegenüber Studierenden dar, deren Elternhaus ein Studium ohne finanzielle Sorgen ermöglichen kann. Um die dadurch verbundene soziale Selektion auszuhebeln, wäre ein massiver Ausbau des Studienbeihilfensystems notwendig. So soll es allen Studierenden gleichermaßen ermöglicht werden, sich voll und ganz auf das Studium zu konzentrieren.

Die Studienbeihilfe wird jedoch ganz im Gegenteil immer geringer: Schließlich findet keine regelmäßige Anpassung an die Inflation statt. Seit 1998 wurde die Höchststudienbeihilfe – die Berechnungsgrundlage für die Höhe der individuellen Studienbeihilfe – lediglich um 12% erhöht. Die Inflation beträgt in diesem Zeitraum jedoch über 40%, woraus sich ein Verlust von 20% errechnen lässt. Die Studienbeihilfe ist also in nicht einmal zwanzig Jahren um ein Fünftel geschrumpft. Man müsste die derzeitige Studienbeihilfe also um 25% erhöhen – nur um wieder auf demselben Niveau zu sein wie vor zwanzig Jahren. Diese Erhöhung ist eine absolute Mindestforderung. Dass die Studienbeihilfe nicht einmal an die Inflation angepasst wird, zeugt von gewollter Ausgrenzung ärmerer Studierender seitens der Regierung. Dass die Inflationsanpassung nicht mit aller Kraft eingefordert wird, zeugt von der Abgehobenheit der dominierenden ÖH-Fraktionen.

Aus Sicht des KSV ist der konsequente Kampf gegen soziale Selektion Kernfrage fortschrittlicher Bildungspolitik. Darum stehen wir für einen massiven Ausbau der Studienbeihilfen. Wir sehen das aber auch in einem weiteren Kontext, denn letztlich kann im Kapitalismus nicht viel Grundlegendes für die Studierenden erreicht werden. In unserer neuen Broschüre „Gemeinsam kämpfen“ gehen wir daher auf die notwendige Überwindung des Kapitalismus näher ein.

KSV-Salzburg: Broschüre „Gemeinsam kämpfen!“

Der KSV Salzburg hat eine Broschüre über den notwendigen gemeinsamen Kampf gegen den Kapitalismus herausgegeben, die in den kommenden Wochen tausendfach an der Universität verbreitet wird. Einfach durch Klick aufs Bild die Broschüre öffnen und lesen. Über jegliches  Feedback an salzburg@comunista.at würden wir uns sehr freuen.

Vorwort

Der KSV ist diejenige ÖH-Fraktion, die für grundlegende Verbesserungen im österreichischen Bildungswesen steht. Grundlegende Verbesserungen, das bedeutet für uns: Ein Ende jeglicher sozialen Selektion, die dazu führt, dass der Bildungsweg vom Einkommen der Eltern abhängig ist. Eine Demokratisierung der Universitäten hinsichtlich ihrer internen Strukturen sowie hinsichtlich der Ausrichtung von Lehre und Forschung. Und zwar mit dem Ziel, ein selbstbestimmtes Studieren und Forschen zu ermöglichen, mit einem humanistischen Bildungsideal als Orientierung.

Im Gegensatz zu allen anderen ÖH-Fraktionen legt der KSV auch die Bedingungen dar, unter denen solche grundlegenden Verbesserungen möglich sind. Da sie innerhalb der kapitalistischen Gesellschaftsform unmöglich verwirklicht werden können, impliziert das eine Strategie zur Überwindung des Kapitalismus. Der KSV ist auch die einzige antikapitalistische ÖH-Fraktion – jedenfalls sofern man sich nicht mit bloßen Lippenbekenntnissen begnügen möchte. Denn während andere nur moralisieren, wie schlecht doch der Kapitalismus sei, und sich utopische Bildchen für eine völlig unklare Zeit danach zurechtlegen, ist es unser Anliegen, konkret aufzuzeigen, wie der Kapitalismus funktioniert und wie er tatsächlich überwunden werden kann. Das impliziert Aufklärung darüber, was es bedeutet, bereits im Hier und Jetzt in die richtige Richtung tätig zu sein. Wir haben keine „geheime“ Strategie, sondern legen sie jederzeit offen dar und entwickeln sie weiter, das heißt wir versuchen, sie Schritt für Schritt konkreter und nachvollziehbarer zu machen. Kristallisationspunkt, um den herum sich alles dreht, ist dabei die sozialistische Revolution, denn sie ist die Vermittlung zwischen dem schlechten Heute und dem besseren Morgen, zwischen der Welt, wie sie ist, und der Welt, wie sie sein sollte.

In dieser Broschüre wird daher versucht, einige wichtige Fragen zu beantworten: Warum muss der Kapitalismus überwunden werden? Wie funktioniert der Kapitalismus? Wie kann er überwunden werden? Welche Rolle spielt die Universität? Warum benötigt es den gemeinsamen Kampf aller Studierenden, die bereit sind, konsequent für ein sozial abgesichertes und selbstbestimmtes Studieren an einer demokratischen Universität einzutreten? Und wie könnte dieser Kampf aussehen?

Zum Zwecke der Beantwortung dieser Fragen wird die Universität nicht als losgelöst vom Rest der Gesellschaft betrachtet, sondern als darin eingebettet. Es wird daher versucht, die Grundstrukturen des gesellschaftlichen Gesamtzusammenhangs zu beleuchten, um auch die Funktion der Universität darin sowie die Rolle der Studentenbewegung bestimmen zu können.