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Mal wieder Marx lesen

[Ein Artikel aus der aktuellen uni:press der ÖH Salzburg #692]

Die Empfehlung zum 200. Geburtstag des Begründers der wissenschaftlichen Weltanschauung kann nur lauten: Studiert seine Bücher! Darin sind gute Ideen, die aber nicht umsetzbar sind? Mitnichten. Schon die ersten sozialistischen Anläufe haben viel davon verwirklicht. Für einen erneuten Anlauf gilt es, aus den gemachten Erfahrungen zu lernen. Denn die Welt ist erkennbar. Und veränderbar.

Am 5. Mai jährt sich der Geburtstag des wichtigsten antikapitalistischen Theoretikers Karl Marx (1818-1883) zum 200. Mal. Seine bekanntesten Schriften, das „Kommunistische Manifest“ (1848 gemeinsam mit Friedrich Engels im Auftrag des Bunds der Kommunisten verfasst) sowie das „Kapital“ (der erste von drei Bänden erschien 1867) sind als Weltkulturerbe anerkannt. Auf ihn und sein Werk beriefen und berufen sich nach wie vor Befreiungsbewegungen auf der ganzen Welt. Am wirkmächtigsten war das in den sozialistischen Staaten rund um die Sowjetunion der Fall, mit der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution (deren 100. Jubiläum wir letztes Jahr gefeiert haben) als Fanal.

Nach wie vor hochaktuell

Seine Gedanken sind heute so umstritten und zukunftsweisend wie eh und je.

Zukunftsweisend – denn sie liefern die nach wie vor gültige Grundlage dafür, die kapitalistische Gesellschaft entlang der entscheidenden Linien richtig zu analysieren und davon abgeleitet die Bedingungen für die Überwindung des Kapitalismus angeben zu können. Marx‘ Werk ist ein Instrument zur revolutionären Umgestaltung der Welt.

Umstritten – denn diejenigen, die vom Kapitalismus profitieren, haben ganz und gar kein Interesse an dessen Sturz. Sie versuchen daher mit allen Mitteln, ihn zu verhindern. Dazu gehören ganz zentral auch die Mittel der Ideologie. Marx dazu: „Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse.“[1]

Kein Wunder daher, dass sie stets aufs Neue das Werk von Karl Marx verdammen, verdrängen und verzerren. Auch die Universitäten spielen hier mit: Marx wird mitunter gar nicht gelehrt, so kann es – nicht zuletzt in Salzburg, wo die vernunftfeindliche „analytische Philosophie“ dominierend ist – vorkommen, dass man in einem kompletten Philosophie-Studium nichts von Marx hört, vom Bachelorstudium bis zum Doktorat. Oder aber es werden Versatzstücke aus dem Werk von Marx aus dem Kontext gerissen, verabsolutiert und so insgesamt in eine verzerrende Darstellung gebracht. Weitere Überlegungen über das Eingebettet-sein der Universitäten im Kampf zwischen Kapitalismus und Sozialismus finden sich in der Broschüre „Gemeinsam kämpfen!“[2].

Grundlinien seines Denkens

Marx war weder in erster Linie Philosoph noch in erster Linie Ökonom, wie es vor allem manche bürgerliche „Marxologen“ behaupten. Sondern in erster Linie war er politischer Revolutionär – darin besteht der konstante Kristallisationskeim seines gesamten Denkens. Ihm ging es um den „kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.“[3]

Von dieser revolutionären Grundhaltung ausgehend, hat Karl Marx gemeinsam mit seinem Freund und Kampfgefährten Friedrich Engels aber sehr wohl für die Philosophie, die Ökonomie, die Geschichtswissenschaften, die politische Theorie ganz wesentliche Umwälzungen gebracht. Letztlich für die Wissenschaft insgesamt – denn auf Basis seiner Überlegungen ist auch die Frage, was Wissenschaftlichkeit überhaupt bedeutet, neu zu fassen (nämlich dialektisch-materialistisch).

Auf Ebene der Philosophie besteht der Kern der Neuerung im Denken des Verhältnisses zwischen Begriff und Wirklichkeit. Kurz vor Beginn des Wirkens von Marx hatte die vormalige Philosophie mit Hegel einen Abschluss gefunden: Hegel schuf den bis dato systematischsten philosophischen Entwurf, er brachte den Gesamtzusammenhang der Welt in eine in sich schlüssige begriffliche Einheit. Darauf aufbauend konnte Marx das Theorie-Praxis-Verhältnis neu denken. Neben einigen Schwächen im Detail war der Hauptmangel im Denken Hegels, dass er im Wesentlichen auf der Ebene des Begriffs blieb. Marx hingegen schlug den Bogen zur Wirklichkeit. Hegel wollte – inspiriert durch die Französische Revolution – die Welt revolutionieren, indem er die Gedankenwelt revolutionierte. Marx hingegen erkannte das unmittelbare, aber theoriegeleitete Eingreifen in die Wirklichkeit als ausschlaggebend – als in theoretischer wie praktischer Hinsicht entscheidend. So formulierte er in seiner berühmten Elften Feuerbach-These, die immer noch das Foyer der Humboldt-Universität zu Berlin ziert: „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kömmt drauf an, sie zu verändern.“[4] Das ist nun aber nicht so zu verstehen, als wäre die Philosophie aus Sicht von Marx zugunsten politischer Praxis überflüssig geworden. Nein, die Notwendigkeit einer kategorialen Erfassung der Welt, deren Selbstreflexion sowie die Orientierung der politischen Praxis an diesen Kategorien wird keineswegs hinfällig. Aber sie hat sich nach Marx bewusst und selbstbewusst in die politischen Auseinandersetzungen ihrer jeweiligen Zeit zu stellen, ihre Stellung darin zu reflektieren und für die fortschrittlichen Kräfte Partei zu ergreifen. Was dem historischen Fortschritt in Richtung des marxistischen kategorischen Imperativs[5] dient, wird somit zum Relevanz- und Wahrheitskriterium philosophischer Spekulation. Ein platter Pragmatismus ist das allerdings nicht, wenn man begründet davon ausgeht, dass das Wahre und Gute im Ideal objektiv zusammenfallen. Und gegen verflachende Marx-Interpretationen ist festzuhalten: Auch ontologische Fragestellungen (also Fragen danach, was die Welt im Innersten zusammenhält) werden dadurch nicht obsolet, aber sie müssen den Bezug zur Praxis einbegreifen.

Marx konstatierte die geschichtliche Bedingtheit aller gesellschaftlichen Verhältnisse und machte die grundlegende gesellschaftliche Ebene in der Ebene der Ökonomie aus – „erst kommt das Fressen, dann die Moral“[6]. Er erforschte daher eingehend die Funktionsweise der kapitalistischen Ökonomie und legte mit dem „Kapital“ eine nach wie vor gültige Analyse vor. Er stellte fest, dass die bisherige Geschichte im Wesentlichen eine „Geschichte von Klassenkämpfen“[7] zwischen ausbeutenden/unterdrückenden und ausgebeuteten/unterdrückten Klassen ist. Die im Kapitalismus ausgebeutete Arbeiterklasse hat dabei ein objektives Interesse am Sturz dieses Gesellschaftssystems und am Aufbau des Sozialismus. Marx‘ ökonomische Analysen ergeben, dass der Sozialismus die einzig mögliche Negation des Kapitalismus ist.

Diese wissenschaftlichen und philosophischen Erkenntnisse gehören zusammen. All jenen, die Marx als Orientierungspunkt verstehen wollen, sei ins Stammbuch geschrieben: Seinem Werk wird man nur gerecht, wenn man es als Einheit in sich und auch in Einheit mit den Werken von Friedrich Engels und Wladimir Lenin, mit den Erfahrungen der Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung sowie der bisherigen sozialistischen Staaten sowie mit den Aufgaben der heutigen kommunistischen Bewegung versteht. Denn das alles ist eine Einheit: der Marxismus-Leninismus, die wissenschaftliche Weltanschauung. Wenn man hingegen versucht, Marx als Steinbruch zu verwenden, von dem man eklektizistisch dies oder jenes übernehmen und anderes verwerfen kann, wenn man versucht, Marx gegen Engels oder Lenin auszuspielen oder wenn man der historischen und gegenwärtigen politischen Praxis der Arbeiterbewegung äußerlich gegenübertritt, so begeht man eine Abstraktion, die der Wirklichkeit nicht gerecht wird und die einen unweigerlich vom marxistischen Weg abbringt.

Die Erben Marxens

Aufgrund der weitverbreiteten antikommunistischen Propaganda sind manche verwundert, wenn beispielsweise die sozialistische DDR als das mit Abstand bessere Deutschland verstanden wird. Das müsste in einem gesonderten Aufsatz ausgeführt werden, an dieser Stelle nur ein paar Worte darüber. In der DDR gab es mehr soziale Sicherheit für alle BürgerInnen als es in der BRD heute gibt oder je gab. Die DDR war eine Friedensmacht, während die BRD munter imperialistische Kriege führt. Die vielbeklagten Aktivitäten des aufgrund der imperialistischen Aggressionen nötig gewordenen MfS waren ein Klacks gegen das, was etwa der BND heute so betreibt. Und übrigens hatten die BürgerInnen der DDR neben mehr sozialer Sicherheit und Zukunftsperspektiven aufgrund des humaneren Zusammenlebens nachgewiesenermaßen auch ein erfüllenderes Liebes- und Sexleben, mehr Selbstbewusstsein und gleichzeitig weniger narzisstische Neigungen als die BRD-Bevölkerung[8].

Die Systemauseinandersetzung zwischen Kapitalismus und Sozialismus hat mit der Konterrevolution in Osteuropa 1989-1991 aber keinesfalls geendet. Die Kräfte des Kapitals haben nur einen vorläufigen Sieg errungen. Sie tun nun so, als wäre der Kapitalismus für immer in Stein gemeißelt, doch das ist ganz und gar nicht der Fall. Tagtäglich stehen weltweit ArbeiterInnen, StudentInnen, Arbeitslose, RentnerInnen auf und kämpfen tapfer für ihre Rechte und Interessen. Jedoch sind diese Kämpfe kaum miteinander verknüpft und sehr oft mit Illusionen in die Reformierbarkeit des Kapitalismus getränkt. Ein „Kapitalismus mit menschlichem Antlitz“ ist aber ein Ding der Unmöglichkeit – Krieg, Armut, Arbeitslosigkeit, Elend, diese Erscheinungen folgen logisch aus den wesentlichen ökonomischen Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus. Diejenigen politischen AktivistInnen, die der Aufgabe nachkommen, die Kämpfe zu verknüpfen und Illusionen zu zerstören, nennen Marx und Engels in ihrem Manifest die KommunistInnen:

„Die Kommunisten unterscheiden sich von den übrigen proletarischen Parteien nur dadurch, daß sie einerseits in den verschiedenen nationalen Kämpfen der Proletarier die gemeinsamen, von der Nationalität unabhängigen Interessen des gesamten Proletariats hervorheben und zur Geltung bringen, andrerseits dadurch, daß sie in den verschiedenen Entwicklungsstufen, welche der Kampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie durchläuft, stets das Interesse der Gesamtbewegung vertreten. Die Kommunisten sind also praktisch der entschiedenste, immer weitertreibende Teil der Arbeiterparteien aller Länder; sie haben theoretisch vor der übrigen Masse des Proletariats die Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung voraus.“[9]

Die weltweite kommunistische Bewegung ist heute erst noch dabei, sich von der schweren Niederlage um 1990 herum zu erholen. Aber sie ist dabei, sich zu erholen. Dies zeigt sich daran, dass die Klärung der dadurch aufgeworfenen weltanschaulichen Fragen immer sicherer voranschreitet. Es gibt noch viel Verwirrung, aber verglichen mit den letzten 25 Jahren seit der Konterrevolution ist das Schlimmste überwunden. Für immer mehr Kommunistinnen und Kommunisten zeichnen sich immer deutlicher die Umrisse einer kohärenten Gesamtanalyse der Schwächen und Fehler der bisherigen kommunistischen Bewegung und der von ihr geführten sozialistischen Länder ab. Eine eigenständige, also von der bürgerlichen und opportunistischen Ideologie unabhängige kommunistische Niederlagenanalyse ist wesentliche Voraussetzung für das Wiedererstarken der revolutionären Kräfte. Es ist die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE), die bisher am meisten in diese Richtung geleistet hat. Um sie herum gruppieren sich zunehmend auch kommunistische Parteien anderer Länder, die eine klare revolutionäre Strategie verfolgen wollen.

Der Kampf geht weiter. Karl Marx bleibt dabei ein wesentlicher Bezugspunkt. Und der Sozialismus wird siegen.

 

Fußnoten

[1] Marx/Engels: Das kommunistische Manifest, siehe: http://bit.ly/2FkCN9j

[2] KSV Salzburg: Gemeinsam kämpfen!, siehe http://bit.ly/2qyAJPD

[3] Marx: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung, siehe: http://bit.ly/1E8A5bA

[4] Marx: Thesen über Feuerbach, siehe http://bit.ly/2eJ3Eyr

[5] Siehe oben.

[6] Brecht: Ballade über die Frage „Wovon lebt der Mensch?“, siehe: http://bit.ly/2IfYxko

[7] Marx/Engels: Das kommunistische Manifest, siehe: http://bit.ly/2FkCN9j

[8] Vergleiche zum Beispiel: Berliner Zeitung, http://bit.ly/2G3VP3k und MDR, http://bit.ly/2u61dOq

[9] Marx/Engels: Das kommunistische Manifest, siehe: http://bit.ly/2FkCN9j

StV Philosophie ergreift Initiative

Der KSV Salzburg begrüßt, dass die Studienvertretung Philosophie gestern nach lebhafter Diskussion, aber mit breiter Mehrheit beschlossen hat, sich für eine fairere Vergabe von Studienassistentenstellen einzusetzen und die anderen Studienvertretungen zu gemeinsamer Aktion in dieser Frage anzuhalten.

Offener Brief an Rektorat und Mensen-Betriebsgesellschaft

Salzburg, 06.08.2017

Wir sind noch lange nicht satt:
Die Mensa muss nicht nur bleiben, sondern auch besser werden!

Sehr geehrter Herr Rektor Prof. Dr. Schmidinger,
sehr geehrte ÖMBG,

die Reduzierung der Öffnungszeiten der Mensa an der Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät auf drei Stunden pro Tag ist eine Bedrohung für die Sicherstellung von Verpflegung am Studien- und Arbeitsplatz Universität. Sowohl Studierende, als auch Fachbereiche sprechen sich vehement gegen diese Maßnahme aus.

Die Österreichischen Mensen Betriebsgesellschaft mbH  rechtfertigt bei näherem Nachfragen diese Maßnahme damit, dass sie „seit zwei Jahren zusehen, wie der Standort von Jahr zu Jahr defizitärer wird.“

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Erklärung des KSV Salzburg

Der KSV Salzburg hat eine von der ÖH vorgeschlagene Abmachung über das Freihalten von ÖH-Räumlichkeiten von Fraktionsmaterialien nicht unterzeichnet. Wir haben gute Gründe dafür. Denn aus unserer Sicht trägt ein solcher Beschluss nur zur weiteren Entpolitisierung bei und er führt eine Tendenz mit sich weg von politisch-inhaltlichen Auseinandersetzungen hin zu Schmutzkübelkampagnen. Er impliziert eine Entmündigung der Studienvertretungen sowie der Studierenden selbst. Außerdem halten wir ihn für praktisch nicht wirklich durchsetzbar.

KSV Salzburg: Massiver Ausbau der Studienbeihilfen notwendig!

Reguläre Studien zählen als Vollzeitjobs. Und dennoch müssen zwei Drittel der Studierenden nebenbei arbeiten, um sich den Lebensunterhalt finanzieren zu können. Jede Wochenstunde Arbeitszeit lenkt einen aber vom Studium ab und stellt eine deutliche Benachteiligung gegenüber Studierenden dar, deren Elternhaus ein Studium ohne finanzielle Sorgen ermöglichen kann. Um die dadurch verbundene soziale Selektion auszuhebeln, wäre ein massiver Ausbau des Studienbeihilfensystems notwendig. So soll es allen Studierenden gleichermaßen ermöglicht werden, sich voll und ganz auf das Studium zu konzentrieren.

Die Studienbeihilfe wird jedoch ganz im Gegenteil immer geringer: Schließlich findet keine regelmäßige Anpassung an die Inflation statt. Seit 1998 wurde die Höchststudienbeihilfe – die Berechnungsgrundlage für die Höhe der individuellen Studienbeihilfe – lediglich um 12% erhöht. Die Inflation beträgt in diesem Zeitraum jedoch über 40%, woraus sich ein Verlust von 20% errechnen lässt. Die Studienbeihilfe ist also in nicht einmal zwanzig Jahren um ein Fünftel geschrumpft. Man müsste die derzeitige Studienbeihilfe also um 25% erhöhen – nur um wieder auf demselben Niveau zu sein wie vor zwanzig Jahren. Diese Erhöhung ist eine absolute Mindestforderung. Dass die Studienbeihilfe nicht einmal an die Inflation angepasst wird, zeugt von gewollter Ausgrenzung ärmerer Studierender seitens der Regierung. Dass die Inflationsanpassung nicht mit aller Kraft eingefordert wird, zeugt von der Abgehobenheit der dominierenden ÖH-Fraktionen.

Aus Sicht des KSV ist der konsequente Kampf gegen soziale Selektion Kernfrage fortschrittlicher Bildungspolitik. Darum stehen wir für einen massiven Ausbau der Studienbeihilfen. Wir sehen das aber auch in einem weiteren Kontext, denn letztlich kann im Kapitalismus nicht viel Grundlegendes für die Studierenden erreicht werden. In unserer neuen Broschüre „Gemeinsam kämpfen“ gehen wir daher auf die notwendige Überwindung des Kapitalismus näher ein.

KSV-Salzburg: Broschüre „Gemeinsam kämpfen!“

Der KSV Salzburg hat eine Broschüre über den notwendigen gemeinsamen Kampf gegen den Kapitalismus herausgegeben, die in den kommenden Wochen tausendfach an der Universität verbreitet wird. Einfach durch Klick aufs Bild die Broschüre öffnen und lesen. Über jegliches  Feedback an salzburg@comunista.at würden wir uns sehr freuen.

Vorwort

Der KSV ist diejenige ÖH-Fraktion, die für grundlegende Verbesserungen im österreichischen Bildungswesen steht. Grundlegende Verbesserungen, das bedeutet für uns: Ein Ende jeglicher sozialen Selektion, die dazu führt, dass der Bildungsweg vom Einkommen der Eltern abhängig ist. Eine Demokratisierung der Universitäten hinsichtlich ihrer internen Strukturen sowie hinsichtlich der Ausrichtung von Lehre und Forschung. Und zwar mit dem Ziel, ein selbstbestimmtes Studieren und Forschen zu ermöglichen, mit einem humanistischen Bildungsideal als Orientierung.

Im Gegensatz zu allen anderen ÖH-Fraktionen legt der KSV auch die Bedingungen dar, unter denen solche grundlegenden Verbesserungen möglich sind. Da sie innerhalb der kapitalistischen Gesellschaftsform unmöglich verwirklicht werden können, impliziert das eine Strategie zur Überwindung des Kapitalismus. Der KSV ist auch die einzige antikapitalistische ÖH-Fraktion – jedenfalls sofern man sich nicht mit bloßen Lippenbekenntnissen begnügen möchte. Denn während andere nur moralisieren, wie schlecht doch der Kapitalismus sei, und sich utopische Bildchen für eine völlig unklare Zeit danach zurechtlegen, ist es unser Anliegen, konkret aufzuzeigen, wie der Kapitalismus funktioniert und wie er tatsächlich überwunden werden kann. Das impliziert Aufklärung darüber, was es bedeutet, bereits im Hier und Jetzt in die richtige Richtung tätig zu sein. Wir haben keine „geheime“ Strategie, sondern legen sie jederzeit offen dar und entwickeln sie weiter, das heißt wir versuchen, sie Schritt für Schritt konkreter und nachvollziehbarer zu machen. Kristallisationspunkt, um den herum sich alles dreht, ist dabei die sozialistische Revolution, denn sie ist die Vermittlung zwischen dem schlechten Heute und dem besseren Morgen, zwischen der Welt, wie sie ist, und der Welt, wie sie sein sollte.

In dieser Broschüre wird daher versucht, einige wichtige Fragen zu beantworten: Warum muss der Kapitalismus überwunden werden? Wie funktioniert der Kapitalismus? Wie kann er überwunden werden? Welche Rolle spielt die Universität? Warum benötigt es den gemeinsamen Kampf aller Studierenden, die bereit sind, konsequent für ein sozial abgesichertes und selbstbestimmtes Studieren an einer demokratischen Universität einzutreten? Und wie könnte dieser Kampf aussehen?

Zum Zwecke der Beantwortung dieser Fragen wird die Universität nicht als losgelöst vom Rest der Gesellschaft betrachtet, sondern als darin eingebettet. Es wird daher versucht, die Grundstrukturen des gesellschaftlichen Gesamtzusammenhangs zu beleuchten, um auch die Funktion der Universität darin sowie die Rolle der Studentenbewegung bestimmen zu können.

KSV-Studi-Manifest

Hier zum Download das Studi-Manifest des KSV, das zu den ÖH-Wahlen 2017 österreichweit an den Unis verteilt wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einfach aufs Bild klicken und das Studi-Manifest lesen. Über Feedback an salzburg@comunista.at würden wir uns sehr freuen.

Hier das Vorwort von unserem bundesweiten Spitzenkandidaten zu den ÖH-Wahlen 2017:

Der Kapitalismus stützt sich auf „die Ausbeu tung des Arbeiters durch den Fabrikanten“ –
(Marx 1848 Manifest der Kommunistischen Partei) und treibt diese auf immer neue Spitzen. Gleichzeitig ist der Kapitalismus die erste Gesellschaftsformation, die nicht aufgrund von zu geringer Produktion in Krisen gerät, sondern gerade durch das Gegenteil. Er gerät in Krisen, weil er zu viel produziert, es herrscht planlose Anarchie in der Produktion. Der Kapitalismus – welchem diese Gesetzmäßigkeiten in jeder Entwicklungsstufe eingeschrieben sind – hat in den letzten 200 Jahren Wandlungen durchlaufen und ungeahnte wissenschaftlich-technische Errungenschaften hervorgebracht, er wird und wurde von diesen geprägt. Bildung als Basis für den Fortbestand des Kapitalismus hat so sehr an Bedeutung gewonnen wie in keiner bisherigen Entwicklungsstufe. Damit einher geht ein gesellschaftlicher Kampf um die Deutungshoheit was Bildung eigentlich ist und was sie leisten soll. Als eine solche Auseinandersetzung um Bildung kann bspw. „Die Unibrennt!“-Bewegung, die sich an der Hochschulreform im Rahmen des Bologna-Prozesses entzündete, erfasst werden. Universitäten und bildungspolitische Regelungen, denen diese unterworfen sind, stehen nicht im luftleeren Raum, sondern sind Teil gesellschaftlicher und ökonomischer Prozesse; eine Feststellung, die einfach klingt und erstmal einleuchtet.

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Revolution ist, wenn die Uni brennt?

[Ein Kommentar aus der aktuellen uni:press #688 der ÖH Salzburg]

Diese im Titel als Frage formulierte Vorstellung legt die letzte Ausgabe der uni:press nahe, und zwar an prominentester Stelle: Am Titelbild. Ob das als oberflächlicher und vor allem verantwortungsloser Witz oder aber als ernstgemeinter Ausdruck einer konterrevolutionären, reaktionären Haltung gemeint ist, lässt die Redaktion dabei offen.

Der Schwerpunkt der letzten Ausgabe der uni:press galt einem ausgesprochen wichtigen Thema: Der Revolution. Jenem Begriff also, der für grundlegende Veränderungen der Gesellschaftsordnung, für sprunghafte und unhintergehbare Fortschritte im Befreiungskampf der Menschheit steht. Und zwar stets in progressive, positive Richtung. Denn grundlegende Veränderungen kann es zwar auch in negative Richtung geben, doch sind solche historischen Prozesse mit dem Begriff Konterrevolution besetzt. Die Revolution steht für die Hoffnung der Völker dieser Welt, die Barbarei, in die wir schlittern und die sich mittlerweile zunehmend einzementiert, doch noch abzuwenden.

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